Kütten

Das grüne Dorf am Fuße des Petersbergs stellt sich vor. In Kütten geboren wurde der Schriftsteller Christian Reuter, der als Begründer der deutschen Komödiantenliteratur gilt.

Über Kütten

 Die Gemeinde Kütten mit ihrem Ortsteil Drobitz zählt rund 450 Einwohner und liegt im nordöstlichen Saalkreis am Fuße des Petersberges in Sachsen-Anhalt.
Beide Ortsteile sind über Jahrhunderte sowohl durch ihre slawische Gründung, in der bäuerlichen und handwerklichen Erwerbsausrichtung als auch in früheren Zeiten feudaler Zugehörigkeiten, gemeinsamer Gerichtsbarkeit und kirchlicher Verwaltung verbunden.
Die ersten urkundlichen Erwähnungen gibt es über Drobitz von 1156. Über Kütten findet sich erstmals 1248 eine Erwähnung. In diese Zeit fällt die Eroberung der slawischen Gebiete im Saale-Elbe-Bereich durch deutsche Feudalherren. Als ein Indiz schon früherer Siedlung sind zum Teil bronzezeitliche Fundstücke im Heimatmuseum Zörbig zu betrachten. Die slawische Urform der Ortsnamen lautet folgendermaßen: Für Drobitz gilt die älteste Nennung Drogovici, für Kütten Kutny , was soviel heißt wie "im Winkel liegend".
Der bekannteste Sohn von Kütten ist der 1665 geborene Schriftsteller Christian Reuter, der Verfasser des "Schelmuffsky", mit dem er die deutsche Schelmenliteratur begründete. Ihm zu Ehren wurde auf dem Dorfplatz von Kütten ein Denkmal gesetzt.
Die landwirtschaftliche Ausrichtung ist durch viele Bauernhöfe in den Ortskernen nachvollziehbar. Der gesellschaftliche Wandel nach dem 2. Weltkrieg hat in der Bausubstanz leider deutliche Spuren hinterlassen. Nach 1990 entstanden in der Gemeinde zahlreiche neue Wohnhäuser, an den Ortsgrenzen ebenso wie im Ortskern. Dass der Haupterwerb der Menschen sich von der Landwirtschaft in Richtung Industrie, Handwerk und Dienstleistungen verlagert hat, ist unübersehbar. Die Zahl der landwirtschaft-lichen Erwerbsbetriebe ist geschrumpft, es gibt nur noch große Agrarbetriebe.
Dennoch haben sich beide Ortsteile ihre dörfliche Ursprünglichkeit bewahrt und bieten der hektischen Zeit eine Oase der Ruhe. Für Naturliebhaber sei das angrenzende, größte zusammenhängende Waldgebiet des Saalkreises genannt, durch das man gemütlich bis zum Petersberg wandern kann. Ein Besuchermagnet ist auch das Wildgehege am Sportplatz. Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde gehören die Kirchen in Drobitz und Kütten. Im Ortskern von Kütten verdient die einstige Gemeindeverwaltung Aufmerksamkeit, in der sich früher die Schule befand. Gegenüber befindet sich das älteste Gebäude von Kütten, ein ehe-maliges preußisches Forsthaus, das darauf hinweist, dass der Wald früher dicht an das Dorf heranreichte. Von außen recht unscheinbar wirkt der Gemeindesaal von Kütten, der nach seiner umfangreichen Sanierung im Jahr 1999 zu einer viel genutzten Begegnungsstätte für die Einwohner und deren Gäste geworden ist. 

Über die Menschen in Kütten

"Gemeinsam sind wir stark" - das wird in Kütten in verschiedenen Vereinen und Einrichtungen gelebt.
Heimatverein Kütten/Drobitz e.V.: Der Heimatverein Kütten/Drobitz e.V. wurde am 28. Dezember 2000 gegründet. Ihm gehören gegenwärtig 11 Mitglieder an. Zudem ist der Küttener Chor in den Heimatverein integriert. Der Verein hat sich zwei Aufgaben gestellt: Er will das kulturelle Leben in der Gemeinde bereichern und pflegt das Erbe des in Kütten geborenen Schriftstellers Christian Reuter.
Vereinsvorsitzender ist Helmut Dawal (Tel. 034600/25775). Weiter gehören zum Vorstand: Bernd Stahl, Elke Albers und Iris Wiese.
Küttener Chor: Der Küttener Chor wurde im März 2005 gegründet. Zu seinem Repertoire gehören zahlreiche Volkslieder, Kirchenlieder und Schlager in Chorversion.  Sangesfreudige Interessenten und Interessentinnen sind herzlich willkommen. Probe ist an jedem Freitag um 18.30 Uhr im Gemeindehaus Kütten, Christian-Reuter-Platz. Der Chor wird von Sandra Hertz geleitet.
Freiwillige Feuerwehr Kütten: Die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Kütten wurde im Januar 1934 offiziell gegründet. Sie geht zurück auf damals bereits bestehende Löschbereitschaften der ansässigen Bauern, die zu Hilfs- und Spanndiensten bei Bränden und anderen Havarien eingesetzt wurden. Der 2. Weltkrieg unterbrach die Entwicklung der Feuerwehr, weil viele Kameraden eingezogen wurden. Erst Anfang der 50er Jahre ging es wieder voran. Unter der Leitung des damaligen Wehrleiters Paul Uebe wurde die Feuerwehr reorgansisiert. Die Kameraden der FFW bereicherten das Dorfleben, organisierten Feste und Fahrten. Bis ca. 1975 gehörte zur FFW Kütten auch die Ortsfeuerwehr Drobitz, die aber ihre Tätigkeit aufgrund von Mitgliedermangel einstellen musste.
Das Spritzenhaus/Feuerwehrgerätehaus befindet sich immer noch am selben Ort neben dem Christian-Reuter-Denkmal und wurde nach 1950 von den Kameraden mehrfach umgebaut und erweitert. Nach der politischen Wende 1989/1990 war der Bauzustand aber derart desolat geworden, dass 1997 der Abriss erfolgte und im gleichen Jahr ein neues Feuerwehrhaus mit Hilfe von Gemeinde- und Fördermitteln errichtet wurde. Die Übergabe erfolgte 1998. Später bauten die Kameraden in Eigenleistung das Obergeschoss aus, das zu Versammlungen und Schulungen genutzt wird.
In den Jahren nach 1998 erfolgte eine umfassende Ausbildung der Kameraden. Es ist gelungen, eine vollständige Atemschutzgrupe aufzustellen. Alle Kameraden wurden neu eingekleidet. Die Technik auf dem Löschfahrzeug (LO, Baujahr 1979) wurde erneuert. Hervorzuheben ist besonders die neue Tragkraftspritze, ein neuer Stromerzeuger und diverse andere Ausrüstungen.
Die Kameraden - derzeit sind es 16 - werden pro Jahr im Durchschnitt vier bis fünf mal alarmiert - zu Bränden, Verkehrsunfällen oder überschwemmten Grundstücken. Wie schon in der Vergangenheit beteiligen sich die Kameraden auch jetzt aktiv am dörflichen Leben, beim Walpurgisfeuer sowie dem Dort- und Sportfest.
Sollte jemand an der Mitarbeit in der FFW Kütten Interesse haben, ist er jederzeit willkommen. Ansprechpartner ist Wehrleiter Karsten Kunze, Tel. 034600/20827.
LSG Kütten e.V.: Die Landsportgemeinschaft (LSG) Kütten wurde im Jahr 1957 gegründet. Sie besteht aus den Sektionen Fußball, Kegeln, Frauengymastik und Senioren-Reha-Sport. Vereinsvorsitzender ist Heinz Pohl, Tel. 0160/7126442.
Ortschaftsrat Kütten: Auf kommunaler Ebene arbeitet in Kütten, das zur Gemeinde Petersberg gehört, ein Ortschaftsrat. Der Ortschaftsrat besteht aus fünf Mitgliedern: Heinz Pohl (Ortsbürgermeister), Hannelore Meyer (stellvertretende Ortsbürgermeisterin), Helmut Dawal, Michael Dubberke und Ralf Aschenbach.



Über Christian Reuter

 Christian Reuter ist der bekannteste Sohn unseres Ortes. Er wurde am 9.10.1665 in der Küttener Kirche getaufr. Gestorben ist er wahrscheinlich nach 1712, ein genaues Datum ist nicht bekannt. Sein Schelmenroman "Schelmuffskys wahrhaftige/curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung" (1696/97) gehört heute zu den schönsten und amüsantesten Reisebeschreibungen.
Reuter entstammte einer Bauernfamilie, besuchte das Domgymnasium in Merseburg und ging mit 23 Jahren nach Leipzig zur Universität, um Jura zu Studieren. Mit ersten literarischen Arbeiten wollte er mit den vorgefundenen Leipziger Lebensumständen, vor allem mit seiner Wirtin und ihrem prahlerischen Sohn abrechnen. Es gab gerichtliche Auseinandersetzungen, er wurde zum Karzer verurteilt und schließlich auf Lebenszeit von der Universität verbannt. Gezwungenermaßen verließ er Leipzig.
Ab 1700 lebte er als Sekretär des Kammerherrn Rudolf Gottlob von Seyfferditz in Dresden, aber auch hier führten seine litararischen Arbeiten zu Verstimmungen. Seit 1703 war er als Gelegenheitsdichter am Hof von König Friedrich I. tätig. Nach 1712 gibt es auf ihn keine Hinweise mehr.
Sein Schelmenroman war zu modern und frech für seine Zeit. Erst die Hochromantik mit Clemens Brentano entdeckte Schelmuffsky wieder. 
Der zentrale Platz in Kütten heißt Christian-Reuter-Platz, wo sich auch ein Gedenkstein befindet Foto). Außerdem wurde die Lange Straße in Schelmuffsky-Straße umbenannt.

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